Nicht nur der Karate-Do Overath fiert diese Jahr Jubiläum, auch der Köln Marathon fand dieses Jahr zum 20. mal statt. Der Karate-Do Overath war mit einem Starter vertreten.

Der Start war um 10 Uhr geplant und zu dieser Zeit waren die mehr als 15.000 Halbmarthonläufer und -läuferinnen schon 1 1/2 Stunden auf der Strecke. Die Sonne schien und bei kühlen Temperaturen sah alles nach einem Lauffest aus. Zum Start für die Marathonis zog der Himmel zwar zu und es fing leicht an zu regnen, ab das war ein Wetter wie es nicht besser für mich sein konnte. Nachdem endlich alle Sponsoren genannt waren und die Spitzenläufer leicht verspätet ins Rennen starteten, ging es für mich um 10:08 im zweiten Startblock auf die Strecke. Der erste Kilometer war schon recht voll, aber mit 5:40 war ich nur leicht über meinem geplanten Schnitt.

Ich hatte mir vorgenommen meine Bestzeit von 3:56:18 aus 2012 in Berlin zu verbessern. Das war schon eine große Herausforderung, denn die letzten 5 Marathons bin ich zum Vergnügen zum Teil 25 Minuten langsamer gelaufen. Zudem ist die Strecke in Köln ziemlich eckig mit Spitzkehren nicht gerade für Bestzeiten geeignet. Aber ich war gut vorbereitet und müsste bei 3:52 ins Ziel kommen, wenn ich konstant einen 5:30er Schnitt laufen würde.

Nach dem ersten Kilometer habe ich etwas Gas gegeben und bin den zweiten Kilometer mit 5:01 gelaufen, also viel zu schnell. Ich musste mich bremsen, um nicht alle Körner direkt am Anfang zu verbrennen. So nach 4-5 Kilometer hatte ich meinen Rythmus gefunden und bin die ersten 10 Kilometer mit 54:23 gelaufen. Ich lag gut in der Zeit und fühlte mich auch gut. Das ging auch auf den nächsten 10 Kilometer so weiter (1:49:07). Geholfen hat dabei auch die gute Unterstützung der Kölner. Ich fand die Stimmung dieses Jahr deutlich besser als zuletzt 2013.

Auch auf den Kilometern 21 bis 30 konnte ich meinen Schnitt gut halten (2:44:36) und auch die unweigerliche Nahrungsaufnahme hat gut geklappt. Ich habe soviele Riegel und Bananen gegessen wie ich konnte. Trotzdem fiel ich kurz nach Kilometer 30 in ein Hungerloch. Ich hatte Traubenzucker dabei, wollte diesen aber eigentlich erst nach Kilometer 35 einsetzen. Aber ich dachte mir dann, wenn ich jetzt Zeit verliere, dann kann ich das am Ende nicht mehr aufholen. Mit etwas Taubenzucker ging es also auf die nächsten Kilometer. Da der Traubenzucker dem Körper zwar schnell neu Energie zuführt, man danach aber genauso schnell in ein Energieloch fällt, musste ich dann auch beim Traubenzucker und Cola als Energielieferanten bleiben. Damit konnte ich mit einem 6er-Schnitt und eisernem Willen bis Kilometer 40 laufen (3:44:42).

Da ich dann nicht mehr meine Bestzeit unterbieten konnte, habe ich auch keinen Schlussspurt gemacht. Ich bin die letzten beiden Kilometer weiter mit einem 6er-Schnitt gelaufen und habe die Stimmung voll aufgenommen. Wie gesagt waren diesmal sehr viele Zuschauer an der Strecke und ganz besonders natürlich im Zielbereich.

Mit überschreiten der Ziellinie bei 3:57:46  und dem Ausgehen habe ich dann gemerkt, dass ich wirklich am Limit gelaufen bin. Gut, dass ihr mich nicht im Zielbereich humpeln gesehen habt. Ich war froh, dass ich den ersten Getränkestand erreicht habe. Nach einem halben Liter Apfelschorle und einer Cola ging es zum Kleidersack abholen. Schnell die nassen Sachen aus und dann ein kleiner Spaziergang von einer halben Stunde zum Auto. Das tat gut.

Heute, einen Tag später, merke ich immer noch alle Muskeln und kann sagen, das war war ein Lauf am Limit. Ich bin gefragt worden ob ich zufrieden sei. Das kann ich heute ganz klar mit einem JA beantworten. Ich habe wirklich alles gegeben und bin in meinem 16 Lauf über die Marathondistanz (oder länger) ins Ziel gekommen. Für die persönliche Bestzeit hat es nicht gereicht, aber ein bisschen stolz bin ich trotzdem.

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