Die Transvulcania ist ein Traillauf auf der Insel La Palma mit den Streckenlängen Ultra (74,3 km), Marathon (45 km) und Halbmarathon (24,2 km). In 2019 fand der Lauf am 11. Mai zum 10. Mal statt.

Ich hatte mich im Vorfeld durch die Teilnahme an dem Berglauf "Bergischen 50" qualifiziert und für den Marathon entschieden. Dieser startete auf ca. 1.500 Meter, ging über mehrere Gipfel auf den höchsten Punkt der Insel, den Roque de los Muchachos mit 2.426 Meter, und von dort hinab zum Meer. Es mussten insgesamt ca. 1.900 Meter bergauf und 3.300 Meter bergab gelaufen werden.

Die Herausforderung fing diesmal nicht am 11. Mai am Start an, sondern schon ein paar Tage vorher. Mit den Startunterlagen wurden T-Shirts, Kleiderbeutel und Kappen mit dem Logo der Transvulcania ausgegeben und so füllte sich die Insel mit sehr vielen erkennbaren Teilnehmern, die doch deutlich jünger wie ich und noch besser trainiert aussahen. Mir kamen die ersten Zweifel ob die Herausforderung wohl doch etwas zu groß für mich sei. Aber mein Ziel war ja nicht zu gewinnen, sondern im Zeitlimit ohne Verletzungen anzukommen. Dazu musste ich die ersten 28 km in 7 1/2 Stunden absolvieren.

Am Start um 10 Uhr in El Pilar war herrlich sonniges Wetter und die 738 Mitstarter des Marathons gingen mit mir auf einem breiten Weg in die ersten Kilometer. Die ersten 5 Kilometer konnte ich ganz locker in 33 Minuten bewältigen. Dann kam der erste Anstieg und es war gut, dass sich das Feld so weit auseinander gezogen hatte. Diese erste Steigung mit gut 600 Höhenmetern hat schon ganz ordentlich Kraft gekostet. Zudem war es nun richtig heiß und weil es nun dauerhaft auf etwa 2.000 Metern Höhe weiter ging, gab es auch nur sehr wenig Schatten durch vereinzelte Bäume.

Die kleineren Bergabpassagen konnte ich langsam laufen obwohl das Gelände sehr schwierig war, bergauf bin ich aber nur noch schnell gegangen. Gut, dass ich zusätzlich zum Trinkrucksack auch eine Wasserflasche dabei hatte. Damit konnte ich immer wieder den Kopf kühlen, denn die Sonne war an diesem Tag ein ständiger Begleiter. Nach etwa 18 Kilometern bei einer Versorgungsstation am Pico de la Nieve (2.018) habe ich die ersten Verletzten gesehen. Es sieht nicht schön aus, wenn man über Lavasteine ausrutscht. Nach einer kurzen Stärkung und einem Anruf bei Tatjana ging es weiter zum Pico de la Cruiz (2.294), der nach knapp 23 km erreicht wurde. Danach ging es leicht bergab, aber ich war so kraftlos, dass ich nur noch gehen konnte. Dazu kam, dass ich deutlich den wenigen Sauerstoff in der Höhe bemerkte. Ab hier musste ich schon sehr kämpfen.

Auf den letzten Metern zum Roque de los Muchachos (2.426) saßen einige Läufer am Rand. Man fragt natürlich ob Hilfe benötigt wird. Den meisten ging es aber wie mir, Ihnen fehlte der Sauerstoff. Ich kämpfte mich nach 6:38:09 auf den Roque und war total fertig. Erst mal eine Cola getrunken, dann etwas Nudeln mit einer salzigen Soße gegessen (herrlich nach all dem süßem Kram während des Laufes) und schon ging es mir wieder etwas besser. Ab hier wäre es nur noch bergab gegangen (2.426 Meter auf einer Länge von 17 km). Da ich gut bergab laufen kann, sollte hier der für mich einfacherer Teil der Strecke beginnen. Und mit jedem Meter hätte es auch wieder mehr Sauerstoff gegeben. Allerdings waren diese 17 Kilometer technisch die Schwierigsten. Trotz meines kleinen Nudelhochs hätte ich kein großes Tempo machen können und bestimmt noch 4 Stunden benötigt. Das war heute zu viel für mich. So bin ich nach knapp 28 km mit 1.865 Metern bergauf und 927 Metern bergab aus dem Rennen ausgestiegen.

Die Enttäuschung nicht ins Ziel gekommen zu sein, verlor sich sobald ich im Bus zurückgefahren wurde. Dort saßen auch die Verletzten. Ich hatte mein wichtigstes Ziel erreicht. Ich bin heil zurück ins Hotel gekommen und habe das Zeitlimit nicht gerissen.

Übrigens ist der Bus nicht direkt zu meinem Hotel gefahren. Ich musste noch 1,8 km laufen. Es war zwar kein runder Lauf, aber alle flachen Strecken bin ich durchgelaufen.

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