Rudolfs Prüfung zum 7. Dan - aus der Beobachtungswarte –

Sonntagnachmittag ist es soweit: Zeit für die wohlverdiente tiefenentspannte Pause!

Davor lagen 55 spannende Stunden, die alle der 7. Danprüfung von Rudolf geschuldet (oder gewidmet?) waren.

Der Termin stand monatelang fest: 6. September im Vorfeld des DKV Tages 2013 in Coburg/Bayern, wird eine fünfköpfige Prüfungskommission mit Uli Heckhuis 7.Dan, Roland Hantzsche 8. Dan, Jamal Measara 8.Dan, Fritz Nöpel 9.Dan, Rob Swartjes, 9. Dan, die höheren Danprüfungen in der offenen Stilrichtung abnehmen.

Zur Anmeldung vor 2 Monaten musste ein ausführlicher Karate-Lebenslauf mit allen sportlichen Leistungen und Verdiensten für den Sport eingereicht werden. Und eine Hausarbeit zu einem frei gewählten Thema. Rudolf hat sich an dieser Stelle mit „uns" beschäftigt: den jungen Alten (Jukuren) im Karate. Davon gibt es in Overath und im Black Belt Projekt reichlich viele und die Erfahrungen mit „uns" sind sehr reichhaltig. Also hat die Hausarbeit den Titel „Erfolgskonzepte im Jukuren-Training" bekommen und Rudolf hat darin ausführlich die Ergebnisse seiner Fragebogenaktion aus dem letzten Winter verarbeitet und herausgefiltert „warum wir so gerne zum Training kommen".

Er hat dann die Geheimnisse verraten (Individualisierung des Trainings, Gürtelstufenübergreifendes Training, Mentorenkonzept Präsentation von Gelerntem vor der Gruppe, …), warum wir speziell zu seinem Training gerne kommen und begründet, warum das auf dem Hintergrund eines theoretischen Ansatzes von Aaron Antonovsky, der Salutogenese, auf der Hand liegt. Das, was wir im Training tun, muss verständlich erklärt werden, machbar sein und Sinn machen, dann gelingt es auch und macht vor allem Spaß. Dazu ist es jedoch erforderlich, dass gewisse Techniken des Shotokan Karate an die Bedingungen eines Jukuren angepasst werden – und nicht umgekehrt.

An Hand der Sprünge in unseren Katas würde die mit sehr aussagekräftigen Fotografien von Alexandra Höner dargestellt. Werner Höner hat die traditionelle Form demonstriert, die vielfach belastend z.B. für die Wirbelsäule ist und Rudolf die gesundheitlich angepasste Form. Das wirklich Überzeugende an dieser Stelle ist, dass die gesundheitlich angepasste Form die gleichen funktionellen Karateaspekte verwirklicht und herausfordernd ist.

Rudolf wurde zur Prüfung zugelassen und der Countdown lief. Wir haben uns überlegt, dass es vor allem ein schönes Wochenende werden sollte und haben uns eine relaxte Hinfahrt am Freitagmorgen vorgenommen, die Dank Sonnenschein und schöner Strecke durch viele Bundesländer auch prima klappte. Ein wunderschönes mittelalterliches Hotel (gerade frisch eröffnet) war uns Herberge und die Coburger zeigten sich von ihrer freundlichsten Seite.

Wir waren in bester Urlaubsstimmung, aber irgendwann sollte Rudolf ja noch zur Prüfung antreten. 16.00 Uhr stand auf dem Plan und um 15.50 Uhr waren zur Stelle. Allerdings nicht wirklich pünktlich, denn alle anderen waren schon im Gi, die Prüfungskommission saß schon hinter ihrem Prüfungskommissionstisch und gerade wurde das Foto gemacht, was man so vor einer Prüfung macht (15 im frisch gebügelten Gi und Rudolf im frischen karierten Hemd und kurzer Hose…). War nicht weiter schlimm, aber beim nächsten Mal wird das Timing an dieser Stelle etwas anders, also angepasster an die Gegebenheiten aussehen.

Von nun an war ich außen vor. Was hinter den Wänden der modernen Mehrfachhalle in Coburg passierte, kann ich nicht sagen – allerdings bekam ich um 18.05 Uhr den Anruf, auf den es ankam. Rudolf erzählte fröhlich von seiner Prüfung, mit der er offensichtlich sehr zufrieden war.

Rechtzeitig zur Prüfungsbesprechung war ich dann auch wieder vor Ort und hatte die fantastische Chance, dass ich mit drei anderen Nicht-Prüflingen am Rande stehen durfte und alles miterleben konnte. Die Details kann ich hier natürlich nicht aufschreiben, aber soviel sei gesagt: Es gab Licht und Schatten und die Idee, dass man zukünftig die höheren Danprüflinge in der Vorbereitung beraten könnte - wie unser Mentorenkonzept. Außerdem hat Rob Zwartjes, der sich vor allem mit den „Hausarbeiten" beschäftigte, eine philosophische Reflexion dieser Arbeiten nicht nehmen lassen. Sehr aufschlussreich und fesselnd vorgetragen. So sehr, dass Rudolf und ich spontan die Idee hatten, mit ihm einen Lehrgang bei uns in Overath zu vereinbaren. Es hatte für mich den Anschein, dass die von Rudolf vorgestellten Ideen für ein erfolgreiches Jukurentraining auf viel Zustimmung gestoßen sind und verstanden wurden. Er erzählte mir, dass die Atmosphäre unter den Prüflingen entspannt und interessiert war und einige an seiner Fotodokumentation der Sprünge interessiert waren.

Beim Verabschieden hatte ich noch die Gelegenheit zu einem kurzen Hallo mit Fritz Nöpel, der mir sehr positiven und wertschätzenden Respons zu Rudolfs Prüfung gab. Also konnten wir feiern gehen!

Ein hübsches Restaurant mit sehr leckerem Abendessen hatten wir schon im Vorübergehen gefunden und dort ließ sich bei lauen Temperaturen noch lange über die Erlebnisse nach sinnen. Eine Eisdiele auf dem Rückweg zum Hotel hatte auch noch interessante Leckereien im Angebot und dann Gute Nacht.

Allerdings: Ich hatte jetzt noch eine nicht zu unterschätzende Aufgabe zu meistern. Der Rückweg sollte uns über Würzburg führen (ca. 20 km Umweg) und dort gab es eine konspirativer Verabredung. Ich wusste, dass Rudolf sich riesig freuen würde, allerdings hatte er gar keine Lust jetzt auch noch über Würzburg zu fahren… Ich musste einige Hürden nehmen, man könnte es vielleicht mit einem Kumite von uns beiden vergleichen – also meine Chancen standen mehr als schlecht. Schlussendlich habe ich dann doch noch einen Punktsieg geschafft: Wir schlenderten über den Markplatz bei hellem Sonnenschein, zufällig am ersten Cafe am Platze vorbei und werden angesprochen, Rudolfs langjähriger Freund und Karate-Weggefährten Heribert Rojek (Heri). Die Überraschung ist gelungen, wir haben ein schönes zweites Frühstück genossen und sind dann mittags in das Regenland NRW zurückgefahren.

Abends ging es weiter. Denn die beiden Unterstützer bei der Fotodokumentation sollten noch mit einem leckeren Sushi-Abend in Köln bedankt werden. Viel gab es zu erzählen, wirklich toll mit zwei fünften Danen und einem siebten Dan im Gespräch zu sein, ganz davon abgesehen, dass es lange freundschaftliche Bande gibt. Wir waren die letzten Gäste…

Ein paar Stündchen ausruhen und schon ging es wieder zum Sonntagstraining – Rudolf in der Annahme von business as usual – ich nicht! Denn Freund Manfred hat schon per Email Verteiler die Karatekas gebrieft: Sehr respektvolles Angrüßen, herzlicher Glückwunsch mit Wunderkerzen und Conquest of Paradise von Vangelis, ein riesen Sonnenblumenstrauß – große Freude!

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Die "Prüfungsbesprechung"
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Das "Siegerfoto"
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15 DAN-Grade....aus NRW
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Der "Überraschungsgast"
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Das "Unterstützungsteam"...;-)
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...mit Alex und Werner
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...eine kleine Feierlichkeit...;-)
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