Eins, Zwei oder Drei – letzte Chance, vorbei. Das ist kein (!) Bericht über unsere Vereinsfahrt in die Grube Louise. In einem Bericht steht alles das, was wichtig ist. Damit man alles das, was wichtig ist, auch berichten kann, sollte man am besten auch bei allen wichtigen Ereignissen mal vorbeigeschaut haben. Das kann man aber nur dann, wenn man schon zu Beginn des Berichtszeitraumes weiß, dass man einen Bericht schreiben soll. Wenn man das nicht weiß, lebt man in den Tag, tut etwas oder auch nichts, ist guter Dinge und lässt manches wichtige Ereignis einfach nur wichtig sein – denn vorbeischauen muss man ja nicht. Daher ist dieser Bericht auch keiner, sondern nur eine Impression. Berichte fangen mit dem Anfang an; Impressionen nicht unbedingt. Das ist hier der Fall.  

Am schönsten fand ich „eins, zwei oder drei". Man kann Techniken „stark" (eins), „schnell" (zwei) oder „elegant" (drei) ausführen. Der Sensei führt es vor: Stark: Otoshi mit Fudo Dachi, Schnell: Shuto Uchi und Haito Uchi, Elegant: Manji Uke in Kokutsu Dachi mit anschließendem Mawashi Geri – und Gelächter im Dojo ??? - Bei ihm schaut es schon elegant aus …- Dann dürfen alle mal was vormachen und der Rest gibt an: „eins, zwei oder drei". Das trifft sich nicht immer mit der Selbsteinschätzung und manchmal hilft auch das Ausschlussprinzip: elegant war's nicht und schnell war's auch nicht, also war's wohl die Eins. Das Prinzip hat sich über das eigentliche Training hinaus bewährt: Schnell mal einen Kaffee besorgen können an sich nur die Zweier.

Außer Training habe ich an allen Meditationen teilgenommen. Es ist ziemlich schwer nicht zu denken, vor allem dann wenn man denkt, dass man jetzt nicht denkt, was aber genau genommen auch wieder ein Gedanke ist, den man ja eigentlich nicht haben sollte. So gesehen ist die Bezeichnung „gedankenloser Trottel" ein Kompliment, das eine tiefe Meisterschaft beschreibt.

Gegessen haben wir hervorragend! Chris (die „Chefköchin", die natürlich ohne alle anderen Köche und -innen nix auf die Beine gestellt hätte) übt mit uns schon mal, wie man einen Catering Service aufzieht. – Wenn sie sich dazu entschließen könnte, einen Kunden hätte sie sicher.

Teilgenommen habe ich am festlichen Empfang für die neuen Dan-Träger. Sehr feierlich! Individuelle Ansprache für jeden von Rudolf, Shake Hands, Beifall – und dann waren die Dan-Träger dran und konnten erzählen, wie es so war mit der Prüfung, ihren Karateanfängen und alles. Davon konnten alle profitieren, vor allem von der ausgefeilten Atemtechnik von Alex, die es mit einmal Luftholen schafft, locker eine Viertelstunde zu erzählen. Damit hat sie den Stellenwert ihrer Stilrichtung bei unserem Shotokan-Verein enorm gesteigert.

Tradition hat schon „Louise liest". Wer ein Buch vorstellen möchte, kann es hier tun. Horizonterweiternd waren alle, besonders aber Tatjana, die ein Buch vorstellte, in dem „Witwe" als typischer Frauenberuf dargestellt wurde. Die Reaktionen im Publikum waren geteilt (es schien eine Frage des Geschlechts zu sein).

Zur geistigen Entspannung kam die körperliche. J. massierte von 09:00 bis 17:30 Uhr. Eine Idee mit Suchtfaktor. Ansonsten gab es viele Workshops, deren Titel Ihr noch auf der Karate-Do-Internet-Seite bewundern könnt. Alle waren super - dem Vernehmen nach. Berichten kann ich davon nichts, weil das hier auch kein Bericht ist (s.o.) und ich nicht bei allen wichtigen Ereignissen dabei sein konnte – außer Training, aber das hatten wir schon.

Toll fand ich auch die abschließende Louisen-Gala. Viele führen etwas vor, von ernst (Qi Gong und Kung Fu) bis heiter (die Kata Pin Gu und ihre Erfinderinnen Daria und Katharina - was es damit auf sich hat, ist eine eigene Geschichte). Alle freuen sich – und dann wird gefeiert solange die Kondition noch hält. Wer zu viele Workshops gemacht hat, hat dann ein Problem.

Am letzten Tag ist wie immer Frühstück, Training, Aufräumen und Abschlussbesprechung, in der dann der Wunsch nach einem Bericht geäußert wird. Aber dann ist es zu spät (s.o.) und alle freuen sich schon auf das nächste Mal.

Thomas

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